Zu Beginn eines neuen Abschnitts nehmen sich viele gleich mehrere Dinge vor: früher aufstehen, mehr kochen, täglich spazieren gehen, das Handy abends weglegen und die Wohnung jeden Tag aufräumen. Dann wird es schnell zu viel, und oft bleibt am Ende keine der Gewohnheiten bestehen. Einfacher ist es, sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren und die anderen bewusst noch warten zu lassen. Das ist keine Schwäche, sondern eine Frage der Planung.
Erst eine, dann die nächste
Wähle die Gewohnheit, die dir gerade am wichtigsten ist, und schreibe sie auf einen Zettel. Hänge den Zettel dorthin, wo du ihn täglich siehst, zum Beispiel an den Kühlschrank oder den Badezimmerspiegel. Alle anderen Vorhaben kommen auf eine zweite Liste mit der Überschrift Später. Das entlastet, denn nichts geht verloren, es muss nur nicht sofort erledigt werden. Wichtig ist, dass die eine Gewohnheit klein genug ist, um sie auch an einem vollen Tag zu schaffen.
Lass der neuen Gewohnheit Zeit, bevor du über die nächste nachdenkst. Woran erkennst du, dass sie sitzt? Daran, dass du sie machst, ohne lange darüber nachzudenken, dass sie sich fast wie Zähneputzen anfühlt und dass dir ein ausgelassener Tag auffällt. Erst dann darfst du die nächste Gewohnheit von der Liste nehmen. Es gibt keine feste Frist, und jede Gewohnheit braucht ihre eigene Zeit. Prüfe ehrlich, ob du wirklich bereit bist, und verschiebe im Zweifel lieber noch ein wenig.
Manchmal hilft es, die nächste Gewohnheit an die erste anzuhängen. Wer morgens schon die Kaffeemaschine anstellt, kann direkt danach die Fenster öffnen. Das klappt aber nur, wenn die erste Gewohnheit wirklich fest ist. Sonst wackelt beides. Sei ruhig großzügig mit der Wartezeit und gönne dir zwischendurch eine Phase, in der nichts Neues dazukommt. Auch das gehört zu einem guten Plan.
Führe ein Heft, in dem du festhältst, was du gerade übst und was auf der Liste steht. Nach einer Weile siehst du, wie viel schon zur Routine geworden ist. Das ist eine schöne Erinnerung an das, was du geschafft hast. Streiche von der Liste, was dir nicht mehr wichtig ist. So entsteht Schritt für Schritt ein Alltag, der zu dir passt, ohne dass du dich überforderst.